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Geschichte


Die Uckermark war durch ihre geologische und geografische Lage schon immer ein begehrtes Siedlungsgebiet. Der brandenburgische Bischof schickte um 1200 seine Lokatoren in die Uckermark. Zu dieser Zeit durfte auch Gellmersdorf gegründet worden sein.

Erstmals wurde Gellmersdorf 1292 urkundlich erwähnt. Die Bauern der Uckermark lebten in den nächsten Jahrhunderten immer noch in Stroh gedeckten Hütten, sie bauten aber massive Kirchen. In Gellmersdorf wurde die Feldsteinkirche im 13. Jh. erbaut. Die Kirche diente den Bauern auch als Schutz vor Raubrittern und umher-ziehenden, plündernden Banden. In Gellmersdorf zeugt das massive Kirchhofportal noch davon, dass die Bauern auch ihr Vieh hinter starken Mauern vor Plünderern schützten.
Der brandenburgische Marktgraf, Ludwig der Römer, tritt 1354 mehrere Orte an Pommern ab, darunter auch Gellmersdorf. Die pommersche Herrschaft endete 1446 und der Ort wird wieder brandenburgisch. 1389/90 und 1416 herrschte im Dorf die Pest. Danach folgten durch sehr strenge Winter wiederkehrende Hungersnöte.
1424 erscheint zusammen mit Siegfried von Buch ein Franz von Gellmersdorf in einer Urkunde. Das ist der erste Beleg über die Familie von Buch in Gellmersdorf..
Das Wirken derer von Buch ist über 500 Jahre mit Gellmersdorf verbunden. 1476 besaßen sie in Gellmersdorf 40 Hufen. 1509 waren es 12 Bauern- und 9 Kossäten-stellen mit 38 Hufen.
Kurfürst Joachim II. entschied sich 1539 für die Reformation. In der Folge ordnete er 1540 eine Kirchenvisitation an. Jede Kirchengemeinde musste alle Metallgegen-stände bis auf den Abendmahlkelch abliefern. Der Kurfürst beglich damit seine zahlreichen Schulden. 1578 gab es in Gellmersdorf 17 Bauern, 14 Kossäten, einen Müller, einen Schmied, einen Hirten mit zusammen 47 Hufen. Die Menschen leben zum Anfang des 17. Jh. in einem bescheidenen Wohlstand bevor der 30 jährigen Krieg (1618 - 1648) auch über Gellmersdorf herein brach. Durch Plünderungen der Armeen herrschte im Dorf Hunger und Elend. Gellmersdorf erholte sich nur langsam von den Folgen des 30jährigen Krieges. 1678 gab es 10 Bauern,
3 Fahr- und Fußkossäten, sowie die Wassermühle (Buchsche Mühle).
Im Gellmersdorfer Kirchenbuch ist festgehalten, dass 1676 auf Geheiß von Valentin Friedrich von Buch auf dem Gelände der alten Kardelof´schen Mühle, eine neue Wassermühle errichtet wurde. Sie brannte 1677 und 1689 ab.
Um der Entvölkerung der Uckermark nach dem 30 jährigen Krieg entgegenzuwirken, bedienten sich die Gutsbesitzer drastischer Maßnahmen.
Es wurde folgendes berichtet: "Gewaltätig ging es unter von Buch in Gellmersdorf zu. Der hatte 1683 einen Knecht, Christian Neuendorf, solange gefangen gehalten bis dieser versprach, einen Kossätenhof anzunehmen."

Am 29.10.1685 erließ Friedrich Wilhelm das Edikt von Postdam, wonach den Glaubensverfolgten in Brandenburg freie Aufnahmen zugesichert wurden. In der Folge siedelten sich eine der größten Gruppen, die Hugenotten, aber auch Verfolgte aus dem Hennegau und der Pfalz in Gellmersdorf an. Mit den neuen Bewohnern erholte sich so langsam die wirtschaftliche Lage in der Uckermark.
Auch der 7jährige Krieg (1756 - 1763) führte wieder plündernde Truppen durch die Uckermark. Friedrich II. befahl 1764 den Anbau von Kartoffeln, damit verbesserte sich auch die Versorgungslage der Dorfbewohner. Kaum von den Folgen des 7jährigen Krieges erholt, marschierten 1806 die Franzosen unter Napoleon ein. Wie immer kamen die marodierenden Soldaten in die Dörfer um zu plündern.
Die Notlage der Bauern in den Dörfern der Uckermark erkannten der König und seine Minister. Friedrich Wilhelm III erließ deshalb 1807 ein Edikt über den Rezess zur Separation. In Gellmersdorf war es ein langer Weg zur Separation. Der Rezess zur Naturalabgabe an Pfarrer und Lehrer beendete die Separation in Gellmersdorf.
Im Jahre 1830 wurde zwischen dem Patron von Buch und den Bauern von Gellmersdorf die Bedingungen zur Ablösung der Hand- und Gespanndienste festgelegt. Für den Erlass der Manneshanddiensttage sind an von Buch zu entrichten: 7 Silbergroschen 6 Pfennige. Die 3 spännigen Gespanndiensttage sind mit einem Taler als eine fortlaufende Rente von 1830 zu zahlen. Zu Weihnachten ist zu entrichten: eine jährliche Rente von 12 Talern und 15 Silbergroschen.

Der Nachfolger des bekannten Wissenschaftlers Leopold von Buch, Alexander von Buch, stiftete 1859 eine Orgel für die Kirche in Gellmersdorf. Auf der Stelle der 1872 abgebrannten Buchschen Mühle wurde 1877 das Forsthaus errichtet.





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